Das erste, was schiefgeht, ist das Wetter, und das zweite ist Ihr Verständnis davon. Sie schauen aus dem Fenster im Dorf, sehen Regen auf der Straße und nehmen an, der Tag sei verloren. Die Basis schaut auf etwas ganz anderes: Wolkenuntergrenze bei zweitausend Metern und Wind auf dem Firn. Diese beiden Dinge entscheiden, und sie entsprechen oft nicht dem, was im Tal passiert.
So läuft der Morgen ab. Sie rufen an, man sagt, Sie sollen warten, man sagt, kommen Sie um zehn, und um zehn verbringen Sie den Großteil einer Stunde mit Anprobieren. Stiefel, die schwerer sind als alles, was Sie besitzen. Eine Jacke und Überhose, weil es irgendwo auf dem Eis irgendwann regnen wird. Steigeisen werden in einer Tasche übergeben, denn die ziehen Sie erst oben an.
Das Briefing ist kurz und dreht sich hauptsächlich ums Gehen. Wie man ein Steigeisen aufsetzt, damit die Zacken greifen. Warum Sie drei Meter Abstand zur Person vor Ihnen halten. Was passiert, wenn das Wetter zuzieht, während Sie auf dem Eis sind — nämlich, dass Sie stillstehen und auf die Maschine warten.
Der Flug dauert fünf Minuten und ist der uninteressanteste Teil des Tages, was seltsam klingt, wenn man über einen Helikopter spricht. Er geht über die Terminalstirn, über den grauen Schutt, den der Gletscher hinterlassen hat, am Eisbruch vorbei, und setzt Sie auf einem flachen Stück Firn ab.
Dann fliegt er ab. Das ist der Moment. Die Maschine hebt ab, der Lärm verschwindet mit ihr, und Sie stehen mit elf anderen Menschen, einem Führer und einem Eispickel auf einem Gletscher — ohne einen Weg hinunter, der nicht beinhaltet, dass jemand zurückkommt, um Sie zu holen.
Das Gehen ist nicht schwer, aber auch nicht nichts. Steigeisen zwingen Sie dazu, flach und breitbeinig zu gehen, und die ersten zehn Minuten fühlen Sie sich lächerlich. Dann klickt es, und danach können Sie fast überall hin, wo der Führer Stufen gehackt hat — das ist das andere, was niemand erzählt: Die Route wird frisch gehackt. Jemand war um sieben Uhr morgens mit einer Axt hier oben, denn die Route von letzter Woche hat sich bewegt.
Die Formationen sind das, wofür Sie gekommen sind. Druckkämme so hoch wie ein Raum. Gletschermühlen — vertikale Schächte, in denen Schmelzwasser im Gletscher verschwindet und nicht zurückkommt. Und die Tunnel: blaue Passagen, vom Wasser geformt, zwei Meter Eis über dem Kopf, von außen beleuchtet, sodass das Ganze in einer Farbe leuchtet, die es sonst nirgendwo auf der Erde gibt.
Zweieinhalb Stunden später kommt die Maschine zurück, manchmal an dieselbe Stelle und manchmal nicht, denn das Eis hat seine eigenen Meinungen. Fünf Minuten hinunter. Sie streifen die Steigeisen im Hof ab, geben die Stiefel zurück, und es ist erst mitten am Nachmittag.